Die Schachtel aus Goldpapier...

Vor einiger Zeit hat ein Mann seine 5 Jahre alte Tochter für das Vergeuden einer Rolle von kostspieligem Goldverpackungspapier bestraft. Das Geld war knapp und er wurde wütend, als das Kind das ganze Goldpapier verbraucht hatte, um eine Schachtel zu verzieren, welche sie später unter den Weihnachtsbaum legte. ((Eine finanzielle Situation, die viele kennen werden)

Dennoch brachte das kleine Mädchen am folgenden Morgen die
Geschenksschachtel ihrem Vater und sagte:
Das ist für dich, Papa.
Der Vater war verlegen weil er am Vortag so überreagiert hatte. Er öffnete die Geschenksschachtel und wurde wieder sehr zornig, als er sah, dass diese leer war.
Wütend sagte er zu ihr: Weißt du nicht, junge Dame, dass wenn man jemand ein Geschenk gibt, auch etwas in der Verpackung ein sollte?


Das kleine Mädchen betrachtete ihn mit Tränen in den Augen und sagte:
Papa, sie ist nicht leer, ich hab so viele Küsse
hineingegeben, bis sie ganz voll war.
Der Vater war ganz zerknirscht. Er fiel auf seine Knie und
legte seine Arme um sein kleines Mädchen, und bat sie, ihm seinen unnötigen Zorn zu verzeihen.


Nur kurze Zeit später starb das kleine Mädchen bei einem Unfall.

Nach dem Tod seines kleinen Mädchens behielt der Vater sein ganzes Leben lang die Goldschachtel neben seinem Bett. Immer wenn er durch schwierige Probleme entmutigt wurde, öffnete er seine Goldschachtel und stellte sich vor, einen Kuss von seinem kleinen Mädchen herauszunehmen und erinnerte sich dabei an die Liebe des Kindes, die sie dort hineingegeben hatte.

 

 

 

Eine kleine Geschichte für liebe Menschen

Zwei reisende Engel machten Halt, um die Nacht im Hause einer wohlhabenden Familie zu verbringen.
Die Familie war unhöflich und verweigerte den Engeln, im Gästezimmer des Haupthauses auszuruhen. Anstelle dessen bekamen sie einen kleinen Platz im alten Keller.
Als sie sich auf dem harten Boden ausstreckten, sah der ältere Engel ein Loch in der Wand und reparierte es. Als der jüngere Engel fragte, warum, antwortete der ältere Engel: "Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen."
In der nächsten Nacht rasteten die beiden im Haus eines sehr armen, aber gastfreundlichen Bauern und seiner Frau.
Nachdem sie das wenige Essen, das sie hatten, mit ihnen geteilt hatten, ließen sie die Engel in ihrem Bett schlafen, wo sie gut schliefen. Als die Sonne am nächsten Tag den Himmel erklomm, fanden die Engel den Bauern und seine Frau in Tränen.
Ihre einzige Kuh, deren Milch ihr alleiniges Einkommen gewesen war, lag tot auf dem Feld.
Der jüngere Engel wurde wütend und fragte den älteren Engel, wie er das habe geschehen lassen können? "Der erste Mann hatte alles, trotzdem halfst du ihm", meinte er anklagend. "Die zweite Familie hatte wenig, und du ließest die Kuh sterben."
"Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen", sagte der ältere Engel. "Als wir im kalten Keller des Haupthauses ruhten, bemerkte ich, dass Gold in diesem Loch in der Wand steckte. Weil der Eigentümer so von Gier besessen war und sein glückliches Schicksal nicht teilen wollte, versiegelte ich die Wand, sodass er es nicht finden konnte.
Als wir dann in der letzten Nacht im Bett des Bauern schliefen, kam der Engel des Todes, um seine Frau zu holen. Ich gab ihm die Kuh anstatt dessen. Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen. Manchmal ist das genau das, was passiert, wenn die Dinge sich nicht als das entpuppen, was sie sollten. Wenn du Vertrauen hast, musst du dich bloß darauf verlassen, dass jedes Ergebnis zu deinem VORTEIL ist. Du magst es nicht bemerken, bevor ein bisschen Zeit vergangen ist...."

 

 

 

 Das schönste Herz

Eines Tages stand ein junger Mann mitten in der Stadt und erklärte, dass er das schönste Herz im ganzen Tal habe. Eine große Menschenmenge versammelte sich, und sie alle bewunderten sein Herz, denn es war perfekt.
Es gab keinen Fleck oder Fehler in ihm. Ja, sie alle gaben ihm recht, es war wirklich das schönste Herz, was sie je gesehen hatten. Der junge Mann war sehr stolz und prahlte lauter über sein schönes Herz. 
Plötzlich tauchte ein alter Mann vor der Menge auf und sagte: "Nun, dein Herz ist nicht mal annähernd so schön, wie meines." Die Menschenmenge und der junge Mann schauten das Herz des alten Mannes an. Es schlug kräftig, aber es war voller Narben, es hatte Stellen, wo Stücke entfernt und durch andere ersetzt worden waren. 
Aber sie passen nicht richtig, und es gab einige ausgefranste Ecken. Genauer an einigen Stellen waren tiefe Furchen, wo ganze Teile fehlten. 
Die Leute starrten ihn an: Wie kann er behaupten, sein Herz sei schöner, dachten sie? 
Der junge Mann schaute auf des alten Mannes Herz, sah dessen Zustand und lachte: "Du musst scherzen", sagte er, "Dein Herz mit meinem zu vergleichen. Meines ist perfekt und deines ist ein Durcheinander aus Narben und Tränen." 
"Ja", sagte der alte Mann, "deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit dir tauschen. Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben habe. Ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reiche es ihnen, und oft geben sie mir ein Stück ihres Herzens, das in die leere Stelle meines Herzens passt. Aber weil die Stücke nicht genau sind, habe ich einige raue Kanten, die ich sehr schätze, denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten. 
Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der andere ein Stück seines Herzens zurückgegeben hat. Das sind die leeren Furchen. Liebe geben heißt manchmal auch ein Risiko einzugehen. Auch wenn diese Furchen schmerzhaft sind, bleiben sie offen und auch sie erinnern mich an die Liebe, die ich für diese Menschen empfinde. Und ich hoffe, dass sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen werden. Erkennst du jetzt, was wahre Schönheit ist?" 
Der junge Mann stand still da und Tränen rannen über seine Wangen. Er ging auf den alten Mann zu, griff nach seinem perfekten jungen und schönen Herzen und riss ein Stück heraus. Er bot es dem alten Mann mit zitternden Händen an. Der alte Mann nahm das Angebot an, setzte es in sein Herz. Er nahm dann ein Stück seines alten vernarbten Herzens und füllte damit die Wunde des jungen Mannes Herzen. Es passte nicht perfekt, da es einige ausgefranste Ränder hatte. Der junge Mann sah sein Herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe des alten Mannes in sein Herz fließen. Sie umarmten sich und gingen weg, Seite an Seite.

 

 

 

Warum Mami?

 

Alkohol am Steuer: Tod einer Unschuldigen

Ich ging zu einer Party, Mami,
und dachte an deine Worte.
Du hattest mich gebeten, nicht zu trinken
und so trank ich keinen Alkohol.
Ich fühlte mich ganz stolz, Mami, genauso,
wie Du es vorhergesagt hattest.
Ich habe vor dem Fahren nichts getrunken.
Mami.... auch wenn die anderen sich mokierten.
Ich weiß, das es richtig war, Mami
und dass Du immer recht hast.

Die Party geht langsam zuende, Mami
und alle fahren weg.
Als ich in mein Auto stieg, Mami, wusste ich,
dass ich heil nach Hause kommen würde:
Aufgrund Deiner Erziehung -
so verantwortungsvoll und fein.

Ich fuhr langsam an, Mami, und bog in die Straße ein.
Aber der andere Fahrer sah mich nicht
und sein Wagen traf mich mit voller Wucht.

Als ich auf dem Bürgersteig lag, Mami,
hörte ich den Polizisten sagen,
der andere sei betrunken.
Und nun bin ich diejenige,
die dafür büßen muss.
Ich liege hier im Sterben, Mami,
ach bitte,
komm doch schnell......

Wie konnte mir das passieren?
Mein Leben zerplatzt wie ein Luftballon.
Ringsherum ist alles voll Blut, Mami,
das meiste ist von mir......

Ich höre den Arzt sagen, Mami,
dass es keine Hilfe mehr für mich gibt.

Ich wollte dir nur sagen,
Mami, ich schwöre es,
ich habe wirklich nichts getrunken.
Es waren die anderen, Mami,
die haben einfach nicht nachgedacht.
Er war wahrscheinlich auf der gleichen Party wie ich, Mami. Der einzige Unterschied ist nur:
Er hat getrunken,
und ich werde sterben.

Warum trinken die Menschen, Mami?
Es kann das ganze Leben ruinieren.

Ich habe jetzt starke Schmerzen,
wie Messerstiche so scharf.
Der Mann, der mich angefahren hat, Mami,
läuft herum, und ich liege hier im Sterben......
Er guckt nur dumm.

Sag´ meinem Bruder, dass er nicht weinen soll, Mami.
Und Papi soll tapfer sein.
Und wenn ich dann im Himmel bin, Mami,
schreibt "Papis Mädchen" auf meinen Grabstein.

Jemand hätte es ihm sagen soll, Mami,
nicht trinken und dann fahren.
Wenn man ihm das gesagt hätte, Mami,
würde ich noch leben.

Mein Atem wird kürzer, Mami, ich habe Angst.
Bitte, weine nicht um mich, Mami.
Du warst immer da, wenn ich Dich brauchte.

Ich habe nur noch eine letzte Frage, Mami,
bevor ich von hier fortgehe:

Ich habe nicht vor dem Fahren getrunken,
warum bin ich diejenige,
die sterben muss ? ? ?

 

 

 

 

Der Strafzettel

 

Andi schaute kurz noch einmal auf sein Tacho, bevor er langsamer wurde:
79 innerhalb einer Ortschaft. Das vierte mal in gleicher Anzahl von Monaten.
Wie konnte ein Typ denn so oft erwischt werden? Als er sein Auto auf 10 km/h abbremste fuhr Andi rechts ran. Lass den Polizisten doch wieder einmal herum moppern über seinen Fahrstiel.
Vielleicht würde ein noch schnellerer Autofahrer an ihnen vorbeiflitzen, an dem der Bulle mehr Interesse hätte. Der Polizist stieg aus seinem Auto aus, mit einem dicken Notizbuch in der Hand. Christian?
Christian aus der Kirche? Andi sank tiefer in seinen Sitz.
Das war nun schlimmer als der Strafzettel. Ein christlicher Bulle erwischt einen Typen aus seiner eigenen Kirche. Einen Typen, der etwas angespannt war, nach einem langen Tag im Büro. Einen Typen, der morgen Golf spielen wollte. Als er aus seinem Auto sprang erblickte er den Typen, den er jeden Sonntag in der Kirche sah.
"Hi Christian. Komisch, dass wir uns so wieder sehen!"
"Hallo Andi." Kein Lächeln.
"Ich sehe Du hast mich erwischt in meiner Eile nach Hause zu kommen, um meine Frau und Kinder zu sehen."
"Ja, so ist das." Christian schien unsicher zu sein. "Ich bin die Tage erst sehr spät aus dem Büro
gekommen. Ich denke auch, dass ich die Verkehrsregeln nun mehr als einmal gebrochen habe."
Andi schoss einen Kieselstein an die Bordsteinkante.
"Martina erwähnte etwas von Roast Beef und Kartoffeln heute Abend. Verstehst Du, was ich meine ?" "Ich weiß, was Du meinst. Ich weiß auch, dass Du ein Gesetz soeben gebrochen hast."
Aua. Dies geht in die falsche Richtung. Zeit die Taktik zu ändern.
"Bei wie viel hast Du mich erwischt ?"
"Siebzig. Würdest Du Dich bitte wieder in Dein Auto setzen ?"
"Ach Christian, warte bitte einen Moment. Ich habe sofort gecheckt, als ich Dich gesehen habe! Ich habe mich auf 65 km/h geschätzt!"
Andi konnte mit jedem Strafzettel besser lügen.
"Bitte Andi, setz Dich wieder in Dein Auto."
Genervt quetschte Andi sich durch die noch immer offene Türe. Ein Knall. Türe zu.
Er starrte auf sein Armaturenbrett. Christian war fleißig am Schreiben auf seinem Notizblock.
Warum wollte Christian nicht Führerschein und Papiere sehen? Was auch immer der Grund war, es würde einen Monat an Sonntagen vergehen, bis er sich in der Kirche wieder neben diesen Polizisten setzen würde.
Christian klopfte an die Tür. Er hatte einen Zettel in der Hand. Andi öffnete das Fenster, maximal 5cm, gerade genug, um den Zettel an sich zu nehmen. Christian gab ihm den Zettel durch.
"Danke." Andi konnte die Enttäuschung nicht aus seiner Stimme halten.
Christian setzte sich wieder ins Auto, ohne ein Wort zu verlieren. Andi wartete und schaute durch seinen Spiegel zu. Dann faltete er den Zettel auf.
Was würde ihn dieser Spaß wieder kosten? Hey! Warte mal! War das ein Witz?
Dies war kein Strafzettel.
Andi las:
"Lieber Andi, ich hatte einmal eine kleine Tochter. Als sie sechs Jahre alt war starb sie bei einem Verkehrsunfall. Richtig geraten, der Typ ist zu schnell gefahren. Einen Strafzettel, eine Gebühr und drei Monate Knast und der Mann war wieder frei. Frei, um seine Töchter wieder in den
Arm nehmen zu dürfen. Alle drei konnte er wieder lieb haben. Ich hatte nur eine und ich werde warten müssen, bis ich in den Himmel komme, bevor ich sie wieder in den Arm nehmen kann. Tausend Mal habe ich versucht diesem Mann zu vergeben. Tausend Mal habe ich gedacht, ich hätte es
geschafft. Vielleicht habe ich es geschafft, aber ich muss immer wieder an sie denken. Auch jetzt. Bete bitte für mich. Und sei bitte vorsichtig, Andi. Mein Sohn ist alles was ich noch habe. Christian"
Andi drehte sich um und sah Christians Auto wegfahren. Er fuhr die Straße wieder runter. Andi schaute bis er nicht mehr zu sehen war.
Erst ganze 15 Minuten später fuhr er langsam nach Hause. Er betete um Verzeihung und zu Hause angekommen nahm er seine überraschte Frau und Kinder in den Arm und drückte sie ganz fest. Das Leben ist so wertvoll.

 

 Zu spät

 

Es war einmal ein Junge, der mit einer Krankheit geboren wurde. Eine Krankheit, für die es keine Heilung gab. Und das mit 17 Jahren, jeden Moment könnte er sterben. Immer lebte er in seinem Haus, zurückgezogen, unter der Aufsicht seiner Mutter. Doch das reichte ihm bald und er beschloss bloß ein einziges mal auszugehen. Er bat seine Mutter um Erlaubnis und sie gewährte es ihm. Als er so durch sein Viertel spazieren ging, sah er eine Menge Geschäfte. Als er an einem Musikgeschäft vorbeiging und in die Auslage sah, fiel ihm die Anwesenheit eines wunderschönen Mädchens in seinem Alter auf. Es war Liebe auf den ersten Blick. Er öffnete die Tür und trat ein ohne etwas anderes anzusehen als sie. Immer mehr näherte er sich dem Tresen, an dem sie stand. Sie sah ihn an und lächelnd sagte sie: "Kann ich dir mit etwas helfen?" Während er dachte, dass dies das schönste Lächeln war das er in seinem Leben gesehen hatte. Er verspürte das Verlangen sie zu küssen in eben diesem Moment. Stotternd sagte er zu ihr: Ja, eeehhh, uuuhhh... ich würde gerne eine CD kaufen. Ohne zu denken, nahm er die erstbeste, die er sah und gab ihr das Geld. "Möchtest du, dass ich sie dir einpacke?" fragte das Mädchen, wieder lächelnd. Er antwortete ja, und nickte mit dem Kopf und sie ging nach hinten ins Lager um dann mit einem eingewickelten Paket zurückzukommen und es ihm zu geben. Er nahm es und verließ das Geschäft.
Er ging nach Hause, und seit diesem Tag an, besuchte er das Geschäft jeden Tag um eine CD zu kaufen. Immer wickelte sie das Mädchen ein,
  und er nahm sie dann nach hause mit und legte sie in einen Kasten. Er war zu schüchtern um das Mädchen einzuladen, mit ihm auszugehen 
und obwohl er es versuchte, konnte er nicht.
Seine Mutter bemerkte das bald und versuchte ihn
dazu ermuntern dass er es sich traue, so dass er am nächsten Tag sich ein Herz fasste und zu dem Geschäft ging. Wie jeden Tag kaufte er eine CD, und wie immer ging sie nach hinten, um sie einzuwickeln. Er nahm die CD und als sie nicht hersah, hinterließ er schnell seine Telefonnummer am Tresen und lief aus dem Geschäft raus.
......Ringggg!!!
Die Mutter hob ab: "Ja?", Es war das Mädchen, sie
fragte nach ihrem Sohn; die Mutter, vollkommen verstört fing zu weinen
an als sie sagte: "Was? Weißt du es nicht? ... Er ist gestern gestorben."
Es war ziemlich lang still, bis auf die Klagelaute der Mutter.
Später betrat die Mutter den Raum des Sohnes um sich an ihn zu erinnern.
Sie beschloss damit anzufangen, sich seine Wäsche anzusehen und so
öffnete sie den Kasten.
Zu ihrer Überraschung türmten sich dort ein Berg eingepackter CDs.
Nicht eine war ausgepackt.
Es machte sie neugierig so viele zu sehen und sie konnte sich nicht
zurückhalten : Sie nahm eine und setzte sich aufs Bett um sie anzusehen;
als sie das tat fiel ein kleines Stück Papier aus der Plastikhülle.
Die Mutter nahm es um es zu lesen und es stand drauf:
"Hi!!! Du bis total süß möchtest du mal mit mir ausgehen? Ich hab
> > dich total lieb.... Sofia."
Vor lauter Emotion öffnete die Mutter noch eine und ein weiteres
Papier fiel heraus, aus verschiedenen CDs..... auf allen stand das
Gleiche...

 

 

 

 

Warum Papi?

 

 Verängstigt, voller Scham und Angst sitz ich in der Ecke, mache mich ganz klein,

  mich darf doch keiner sehen. Drücke die Hand von meinem Zwillingsbruder ganz

  doll, zu doll, es tut ihm sicher weh. Doch er sagt nichts, lässt mich nicht los, lässt

   mich nicht allein. Er will mich beschützen, doch kann er es nicht, ist doch noch

  viel zu klein, grad erst vier, und doch schon so ernst, so schweigsam, so traurig.

  Er kann nix machen, genauso wenig wie ich. Ich muss weinen, er sieht mich an,

  "Nicht weinen!" sagt er und doch laufen ihm selbst die Tränen übers Gesicht. Kann

   nix machen, hilflos, machtlos, zu klein! Die Tür geht auf, er ist da, Papi ist zu

  Hause. Hab Angst! Drücke die Hand fester zu, darf das nicht zu doll, es tut ihm

   doch weh, lasse etwas locker. Bitte nicht, bitte, bitte nicht, geht es mir immer

  wieder durch den Kopf. Doch es ist sinnlos, es wird passieren, wieder passieren,

  so wie jeden Tag, Er ist da. Gleich kommt er! BITTE NICHT!!! Doch er kommt.

  "Hier seit ihr ja!" er lächelt, ich hab Angst! "Komm mein Engelchen, komm zu

  Papi!" Hab solche Angst! Er hebt mich hoch, hebt mich einfach hoch, will das doch

  nicht. Lasse meinen Bruder nicht los, klammere mich an ihm fest. Bitte nicht

  loslassen, lass mich nicht allein. Er kann sie lesen, meine Gedanken, ich weiß es

  genau. und er lässt nicht los, seine kleine Hand umklammert meine ganz fest.

  Nicht loslassen! Doch Papa ist stärker er zerschlägt unsere Hände, ich will sie

  wieder greifen, lass mich nicht allein, bitte! Ich weine, schreie, will nicht! Er weint

  auch, guckt mir nach, uns nach, Papa und mir. Er zittert, er weint, er schreit

  meinen Namen. Schreit Papa an! Was sagt er? Ich verstehe es nicht, ich höre

  seine Worte nicht, er bewegt doch seine Lippen, warum höre ich seine Worte

  nicht??? Was sagt er, will wissen was er sagt! Sehe ihn nicht mehr, die Tür geht

zu, hinter, mir, hinter uns. Bin ja auf Papas Arm. Wir gehen ins Schlafzimmer, will

nicht! BITTE! Hab Angst, er lächelt. Freut sich, es macht ihm Spaß. "Nicht weinen,

Engel" sagt er "Bin doch jetzt bei dir, bin doch lieb zu dir, sei du doch auch lieb zu

mir!" Kann nichts machen, kann mich nicht wehren. Er streichelt mich, will das

nicht, nicht an diesen Stellen, warum streichelt er mich da? "Nein!" flüstere ich

immer wieder. Kann nix machen, bin doch so klein, zu klein. Muss lieb sein, sein

Engel sein, hab ihn doch lieb, ist doch mein Papi! Er küsst mich, überall, will das

nicht, nicht an diesen Stellen. Weine, sie tun weh, die Tränen, sie brennen wie

 Feuer. Warum da? Warum an diesen Stellen? Muss ihn auch küssen, warum? Will  

das nicht! Muss ihn küssen, überall! "Komm, sei mein Engelchen, sei lieb zu Papi!"  

Will lieb sein, will sein Engel sein, hab ihn doch lieb, er hat mich doch auch lieb,

 oder!?! Ja, ist doch mein Papi. Jetzt legt er sich auf mich, er ist schwer, so  

schwer. Er wiegt so viel, kriege keine Luft. Gleich passiert es wieder, gleich tut es  

weh, nein, will das nicht. Es tut so weh. Es macht ihm Spaß, er mag es, es gefällt

ihm. Er küsst mich, immer wieder. Auf und ab, wie bei "Hoppe-Hoppe Reiter". Ich

mochte dieses Spiel, früher, als er das noch nicht machte, ja da mochte ich es,

jetzt nicht mehr, jetzt hasse ich dieses Spiel, mag es nicht mehr spielen auch 

nicht im Kindergarten. Er macht komische Geräusche, es tut so weh. Es wird

immer doller, immer schneller. Bald ist es vorbei. Wo ist Danny? Will zu meinem

Bruder. "DANNY!" schreie ich in Gedanken, er hört es, ich weiß es genau, kann

seine Gedanken lesen. Was ist nur los? Sehe mich, nein uns Papi und mich, von

oben. Es sieht komisch aus. Es passt nicht zusammen. Er ist viel zu groß, ich bin

zu klein, es passt nicht zusammen. Er macht komische Bewegungen. Seine Augen,

er sieht glücklich aus. Will tot sein, so wie Putzi unser Wellensittich, der schläft

jetzt auch, für immer. Will auch schlafen, für immer, nie wieder aufwachen, tot

sein. Aber er ist glücklich, er ist froh. Papa macht es Spaß, muss lieb sein! Und

dann, dann stöhnt er ganz laut. Es ist vorbei. Es tut so weh! Er gibt mir noch

einen Kuss "Warst ein lieber Engel, der liebste Engel den es gibt!" flüstert er mir

zu. Es tut so weh. Es blutet, ich blute! Warum? Was ist passiert? Verstehe es

nicht! Warum??? Ich mag es nicht, will das doch nicht. Hab ihn doch lieb, ist doch

mein Papi! "Es ist normal." hat er gesagt, immer wieder, es ist normal. Glaube

ihn, er ist ja groß, ist erwachsen. Erwachsene haben immer Recht, bin doch nur

ein Kind. Hab Miriam im Kindergarten gefragt, sie hat gesagt, ihr Papa macht es

auch mit ihr. Aber es tut so weh, es blutet. Frage mich immer wieder, warum? Wo

ist Mama, warum macht sie nichts dagegen? Sie weiß es doch! Sie hat uns doch

gesehen, als er, als wir! Beim letzten mal. Sie hat nichts gemacht, nur geguckt.

Nichts gesagt, stand nur in der Tür. Er hat sie angeschrieen, warum schreit mein

Papa meine Mama an? Dann ist sie gegangen, hat nichts gesagt, nie. Kein Wort,

 nur, das ich nichts sagen darf, Niemandem, niemals! "Es ist normal." hat sie

gesagt. Muss das glauben, will ja lieb sein, ein Engel sein! Laufe zu Danny, er 

hält mich fest! "Hast du Aua?" fragen seine Gedanken, ich muss weinen! Er hat 

auch Aua! Er spürt das Selbe wie ich, jedes mal. Spürt immer wenn ich Aua habe,

genauso doll wie ich. Er nimmt mich in seine Arme, seine kleinen Arme, sind doch

noch so klein, so schlafen wir ein, Arm in Arm in der Ecke, ganz allein, wo ist

Mami? Frage mich immer und immer wieder "Papi, warum? hab dich doch so lieb,

will doch dein Engel sein, Papi warum? WARUM?" Will tot sein, wie Putzi, für

immer schlafen, wie Putzi, tot sein....

Warum, warum nur? Warum.....

 


 

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